Victoria University - Universität in Melbourne .: Diese Seite ist ein Informationsangebot des Instituts Ranke-Heinemann zum Auslandsstudium in Australien :.
Die Planung und Vorbereitung eines Auslandssemesters beansprucht viel Zeit, und ich habe etwa ein Jahr vorher anfangen, mich zu informieren und folgende Dinge zu organisieren:
- Auswahl des Studienortes und der Universitaet
- Sprachtest TOEFL
- Visum
- Krankenversicherung
- Finanzierung
Als Informationsquellen zur Auswahl des Studienortes und der Universitaet habe ich hauptsaechlich das Internet, Infoveranstantungen meiner Universitaet (Auslandsmessen) und das Institut Ranke-Heinemann als Partnerorganisation fuer Education Australia genutzt.
Die Homepages der Universitaeten sind sehr umfangreich und informieren u.a. ueber Sprachanforderungen, Kursangebot, Einschreibetermine, Serviceangebote fuer Studenten (Wohnen, Freizeitgestaltung) und Semestergebuehren. Damit es beim Anerkennen der Scheine spaeter keine Probleme gibt, ist es wichtig, das Kursangebot und die Leistungsanforderungen mit der eigenen Uni zu vergleichen und zu besprechen.
Die meisten auslaendischen Universitaeten verlangen den TOEFL Test als Sprachnachweis (www.toefl.org). Wieviele Punkte man erreichen muss, variiert von Uni zu Uni. TOEFL-Testzentren sind zentral organisiert und nur in wenigen grossen Staedten wie Hamburg, Berlin oder Muenchen. Die Anmeldung fuer Deutschland laueft ueber die Niederlande und geht am schnellsten telefonisch bei Zahlung ueber Kreditkarte.
Der Test ist nicht einfach und man sollte vorher ueben, um sich zumindest mit der Struktur vertraut zu machen. Die Bibliotheken der Universitaeten verleihen z.B. Uebungsbuecher und CD Roms.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beantragung des Visums bei der australischen Botschaft in Berlin. Wer eine Kreditkarte hat, kann das Formular fuer das Visum online ausfuellen (Kosten 180,- Euro). Es dauert dann ca. 2-6 Wochen, bis das Visum per Post geschickt wird.
Das Studentenvisum ist noch einige Wochen nach Semesterende gueltig und gibt Studenten Zeit zum Reisen. Wer sich nach Ablauf noch fuer ein Touristenvisum bewerben moechte, muss nachweisen, „dass er erfolgreich studiert hat“. Das heisst, man muss auf die Ergebnisse der Klausuren warten und diese zusammen mit dem Antrag dem Immigration Office vorlegen. Das Touristenvisum ist auf 3 oder 6 Monate begrenzt und zaehlt ab dem Tag der Ausstellung. Arbeiten ist mit einem Touristenvisum nicht erlaubt.
Waehrend des Semesters sind Studenten ueber die auslaendische Uni versichert. Wer aber anschliessend noch reisen moechte, braucht eine zusaetzliche Versicherung. Da es den deutschen Krankenkassen nicht moeglich ist, die Mitgliedschaft „einzufrieren“, muss man waehrend des Auslandsaufenthaltes doppelt Krankenversicherung bezahlen; zu Hause und im Ausland...
Weiterhin wichtig ist ein gueltiger Reisepass, das Abmelden beim Einwohnermeldeamt und, wer in Australien Auto fahren moechte, das Beantragen eines internationalen Fuehrerscheins bei der Polizei.
Wer sich fuer Auslandsbafoeg bewirbt, muss das zustaendige Amt fuer seinen Studienort herausfinden. Das Bafoeg Amt fuer Australien ist z.B. in Bremen. Um lange Bearbeitungszeiten zu vermeiden, sollte man den Antrag so frueh wie moeglich stellen und fehlende Unterlagen (Immatrukulationsbestaetigung der auslaendischen Uni, Steuerbescheid der Eltern etc.) spaeter nachreichen. Wer sich gleichzeitig fuer ein Stipendium bewirbt sollte wissen, dass man nicht beides in Anspruch nehmen kann. Ein Stipendium ist finanziell in fast allen Faellen die bessere Entscheidung.
Den Flug nach Australien habe ich so frueh wie moeglich 4 Monate vor Studienbeginn im Februar gebucht, sobald ich das Ergebnis des TOEFL-Tests hatte. In der Regel gilt, je eher desto guenstiger! Oft ist es sehr schwierig (und teuer), kurzfristig einen Flug zu bekommen. Ich bin mit der Fluggesellschaft Emirates Airlines geflogen und war sehr zufrieden.
Wer ins Ausland geht, sollte sich eine Kreditkarte anschaffen und nach einer Bank suchen, die Partnerinstitute im Ausland hat. So kann man ueber die Partnerbank im Ausland direkt auf das deutsche Konto zugreifen, ohne extra Gebuehren zu zahlen. Das gleiche gilt fuer Ueberweisungen. Die Deutsche Bank 24 kooperiert z.B. mit der Bank of Melbourne.
Jobben:
Wer neben dem Studium arbeiten moechte, muss sich beim Immigration Office eine Arbeitserlaubnis holen und dann beim Australian Taxation Office eine Steuernummer geben lassen. Einen Termin beim Immigration Office muss man sich im Voraus ueber die Telefonhotline geben lassen (siehe Internet und Infomaterial der Uni). Das Buero in der Stadt ist sehr ueberfuellt und es dauert lange, bis man einen Termin bzw. die gewuenschten Unterlagen bekommt. Andere Zweigstellen sind oft weniger besucht und ein laengerer Weg lohnt sich. Ein weiteres Buero gibt z.B. in Preston. Ich habe immer sofort einen Termin bekommen und konnte meine Unterlagen am selben Tag wieder mit nach Hause nehmen, waehrend andere Studenten 2-3 Wochen warten mussten.
Wohnungsssuche:
Eine sehr gute Moeglichkeit ein Zimmer zu finden ist das Internet. Homepages wie z.B. flatmates.com haben zahlreiche Angebote fuer freie Zimmer und Wohnungen, als auch die Moeglichkeit ueber ein persoenliches Profil (Mietpreis, Lage, Dauer, etc.) nach einem geeigneten Zimmer zu suchen.
Da in Australien viele internationale Studenten studieren, ist es generell kein Problem, eine geeignete Unterkunft zu finden. Besonders zum Semesterende und -anfang gibt es viele freie Zimmer in WG’s und Studentenwohmheimen. Emailkontakt zwischen Interessenten ersetzt oft ein „Vorstellungsgespraech“, so dass es moeglich ist, schon von Deutschland aus ein Zimmer zu organisieren.
Andere Moeglichkeiten ein Zimmer zu finden sind die Uni-Homepage, Aushaenge in Buchlaeden, Anzeigen in Zeitungen wie „The Age“ oder „The Herald Sun“ sowie das „schwarze Brett“ in den Universitaeten oder Hostels.
Die Mietkosten in Melbourne sind etwas hoeher im Vergleich zu Muenster und liegen in etwa zwischen 65 und 140,- AU$ pro Woche, je nach Zimmergroesse (Appartement, WG), Lage und Ausstattung.
Das Student Village ist meiner Meinung nach nicht sehr attraktiv, das es kaum billiger ist als ein Zimmer in der Sadt und zudem auch sehr dezentral liegt. Vergleichbar mit Studentenwohnheimen ist das Student Village zwar die sichere Alternative, aber meiner Erfahrung nach ist es kein Problem etwas anderes und besseres finden. Wer das Student Village nur voruebergehend nutzen will, die Tagespreise sind mit denen fuer Hostels vergleichbar, wenn nicht sogar teurer! Lasst euch also nicht vom Flughafen-Transfer der Uni zum Studentvillage fahren in der Hoffnung, dort eine guenstige (voruebergehende) Unterkunft und Beratung zu finden! Die Hostels in der Stadt sind zentral, besser ausgestattet und billiger!
Knuepfen sozialer Kontakte:
Australier sind in der Regel sehr freundlich und aufgeschlossen. Es ist deshalb kein Problem, Kontakte zu knuepfen und Freundschaften zu schliessen. Besonders an der Uni trifft man viele internationale Studenten, die alle in der gleichen Situation sind wie man selber und Anschluss suchen.
2. Angaben zur Gastuniversitaet
Generell hat die Victoria Universitaet keinen grossen zentralen Campus wie z.B. die University of Melbourne. Die Universitaet nutzt verschiedene Gebaeude in unterschiedlichen Stadteilen Melbournes, je nach Fakultaet und Studiengrad, wobei jeder Campus seine eigene Infrastruktur hat (Cafes, Buchlaeden, Computerraeume, Bibliothek etc.). Waehrend der City Campus fuer viele Postgraduate Studies zentral gegenueber der Flinders Street Station lieget, muss man oft bis zu 40 Min. mit dem Zug fahren, um andere Stadtteile wie z.B. St Albans zu erreichen.
Im Vergleich zu anderen Unis in Melbourne mit langer Tradition und einem guten Ruf ist die Victoria University eine sehr junge und vergleichbar unbekannte Uni, die meiner Meinung nach aber ein qualitativ gutes Lehrangebot hat.
Das akademische Angebot ist gross und fuer mein Studienfach Kommunikationswissenschaften hatte ich keine Probleme, entsprechende Seminare zu finden. Am besten schaut man im Internet und den Bruschueren nach, welche Kurse u. Seminare angeboten werden.
Studienaufwand und -bedingungen:
Das australische Universitaetssystem ist generell „verschulter“ als das deutsche und das Studentenleben ist weniger flexibel und selbstorganisiert als in Deutschland. Es gibt einige Unterschiede, an die man sich gewoehnen muss.
Neben der Sprache muss man sich z.B. an den geforderten Schreibstil und den Aufbau von Texten (Essays, Summaries, Synthesis Writing etc.) gewoehnen. Man sollte deshalb frueh genug mit dem Lernen anfangen, sich seine Zeit gut einteilen und sich nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Neben den allgemeinen Sprechstunden mit den Dozenten organisiert die Uni zusaetzliche Infoveranstaltungen, Beratungstermine und Workshops (Schreibtraining, Aufbau von Texten, Korrektur von Hausarbeiten etc.).
Da man in einer fremden Sprache studiert und ein sehr straffenr Zeitplan eingehalten wird, wuerde ich die Leistungsanforderungen an australischen Universitaeten quantitativ als hoeher einstufen. Oft werden Hausaufgaben, eine Hausarbeit, eine Praesentation und eine Klausur verlangt. Die Leistungen fuer einen Schein werden alle waehrend des Semesters erbracht und es ist nicht wie an deutschen Unis moeglich, Hausarbeiten in den Semesterferien zu schreiben.
Die Victoria Universitaet ist modern und gut ausgestattet. Die Computerraeume und die Bibliotheken sind Montag bis Freitag von 8 bis 17 und waehrend der Examenszeit bis 20 Uhr geoeffnet. Man kann von den Rechnern aus allerdings nur das Intranet der Universitaet nutzen (Buecherei etc.) und nicht das allgemeine Internet, was Recherchemoeglichkeiten und Email sehr einschraenkt. Im Vergleich zur Uni Muenster sind die Bibliotheken kleiner und die Literatur ist weniger umfangreich.
Eine gute Moeglichkeit fuer Recherche neben der Uni ist die Staatsbibliothek. Hier gibt es eine grosse Sammlung von internationalen Zeitungen, und die Nutzung ist kostenlos. Auch die kleinen Bibliotheken in den einzelnen Stadtteilen haben zum Teil gute Recherchemoeglichkeiten (kostenloser Internetzugang) und Literatur.
Die Victoria University hat keine Mensa, sondern nur kleine Uni-Cafeterien auf jedem Campus. Es gibt Tagesgerichte aber die Auswahl ist generell sehr eingeschraenkt und das Essen ist im Vergleich zu deutschen Mensen teurer.
Das Verhaeltnis zu Lehrenden und Mitstudenten habe ich als gut empfunden. Die Dozenten sind sehr hilfreich und die Atmosphaere in den Seminaren entspannt.
Die Victoria University hat studentische Clubs, die unterschiedliche Aktivitaeten organisieren und anbieten (z.B verguenstigte Wochenendtrips, Surfkurse, Camping, Kinoabende oder Theater). Fuer die Mitarbeot in Clubs ist allerdings eine laengerfristige Teilnahme sinnvoll. Das Sportangebot fand ich im Vergleich zu anderen Universitaeten wenig umfangreich und ansprechend.
3. Studienort
Als zweitgroesste Stadt Australiens mit 3,5 Mio Einwohnern hat Melbourne viel zu bieten. Die Stadt ist sehr multikulturell und hat eine entspannte, freundliche Atmosphaere, was sich vor allem in den zahlreichen Cafes und Restaurants zeigt. Das kulturelle Angebot ist riesig und sehr vielfaeltig und reicht von Sportveranstaltungen ueber Musik, Theater und Oper zu Kulturfestivals aller Art und Groesse.
Es gibt sowohl in Melbourne als auch in der Umgebung so viel zu tun und zu sehen, dass einem in der Freizeit garantiert nicht langweilig wird! Unbedingt sehenswert in der Umgebung Melbournes sind z.B. die Great Ocean Road, die Pinguine auf Phillip Island, Bushwalking in den Grampians, das Yarra Valley und Wilsons Promentory.
Einkaufsmoeglichkeiten:
Vielleicht mehr als in Sydney muss man in Melbourne oft wissen, wo was zu finden ist! Gut zum Shoppen neben der Innenstadt sind z.B. Chapel St (Prahran) und Brunswick St (Fitzroy), italienische Restaurants und Cafes findet man in Carlton, Lygon St sowie Bars und Cafes/Kuchen entlang Acland St, St Kilda.
Lebenshaltungskosten:
Die Lebenshaltungskosten sind mit Deutschland vergleichbar. Einige Dinge sind billiger wie z.B. Essen gehen (take away food), Benzin oder Energie und andere wiederum teurer (Kosmetikartikel, Milchprodukte, Alkohol). Einkaufen auf dem Markt (Victoria Market und Footscray Market) ist generell guenstiger als Produkte aus dem Supermarkt. Dies gilt besonders fuer Obst und Gemuese.
Klima:
Besonders in Melbourne ist es oft kaelter, als man denkt. Wer im Winter nach Melbourne geht, sollte ein paar "normale" Wintersachen mitnehmen. Auch wenn es selten ein paar Naechte mit 0 Grad gibt, der Wind tagsueber ist sehr kalt, es ist oft regnerisch und die Wohnungen sind generell schlecht isoliert. Das Wetter aendert sich oft innerhalb von Stunden, so dass man auf alles gefasst sein sollte! Aber keine Angst; ein australischer Sommer ist so heiss, wie man ihn sich vorstellt - auch in Melbourne! Und dann ist man oft froh ueber ein paar kuehlere Naechte.
Ehemalige und derzeitige Studierende treffen sich im 4A Club.
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